Mohair ist mein Lieblingsgarn. Ich mag die kleinen Härchen, die abstehen und ein selbstgestricktes oder -gehäkeltes Teil schön flauschig aussehen lassen. Wer Mohairgarn allerdings mit der auf der Banderole angegebenen Nadelstärke vestrickt und eine Kleidergröße jenseits der 36 hat, sieht leicht aus wie ein flauschiger …nunja… Preisboxer. Kurz gesagt: Pullis und Jacken aus Mohair (aber auch Angora) tragen meistens auf.

Als vor etwa zehn Jahren der Trend aufkam, Mohairgarne mit überdicken Nadeln zu verstricken, war ich begeistert. Denn dadurch werden die Strickstücke hauchdünn und transparent. Wärmen tun sie allerdings trotzdem noch. Das Allerbeste: Sie sind sehr leicht. Ein langer Pulli wiegt lediglich 200 bis 300 Gramm.

Meiner Erfahrung nach ist es in diesem Fall wichtig, die Strickstücke nicht zu eng zu machen. Da sie transparent sind und schön fallen, sieht das auch bei größeren Größen lässig aus.

Auch wenn der Trend schon lange vorbei ist, verarbeite ich das zarte grüne Mohairgarn mit dicken Nadeln der Stärke 6,5. Das Stricken ist zwar etwas mühsamer, da man genau hinschauen muss, um richtig in die dünne Vormasche einzustechen, aber ich habe mich schon daran gewöhnt.

Nur eines gilt leider auch in diesem Fall: Mohair kratzt ein bisschen. Wer diesbezüglich also überempfindlich ist, sollte Abstand halten. Mir macht das glücklicherweise nichts aus.