Beim „Zopfen“, also dem Kreuzen der beiden Maschenstränge, passiert immer wieder ein typischer Fehler: Anstatt den einen Maschenstrang nach hinten zu legen, nimmt man den anderen. Das hat zur Folge, dass sich ein Maschenstrang nach oben windet – anstatt mit seinem Partner die Position zu wechseln. Meistens fällt mir das erst auf, wenn ich bereits einige Reihen weiter gestrickt habe … sehr ärgerlich!

Beim Wabenmuster ist jedoch genau das erwünscht: Der Maschenstrang Nummer Eins bleibt beim Kreuzen immer oben, die Nummer Zwei immer unten. Daneben kommt noch ein zweiter Zopf, bei dem jedoch Strang Nummer Zwei die Oberhand behält und der erste unten bleibt.

Und wenn man direkt daneben nochmal einen dritten und vierten Zopf strickt, entsteht das Wabenmuster.

Auf dem Musterstückchen habe ich 4 Zöpfe mit jeweils 2 Strängen á 2 Maschen gestrickt. In Strickrichtung betrachtet, also von rechts nach links (!), ist der Ablauf wie folgt:

Zopf 1:
Strang 1 (2 Maschen) bleibt immer unten
Strang 2 ( 2 Maschen) bleibt immer oben

Zopf 2:
Strang 1 (2 Maschen) bleibt immer unten
Strang 2 (2 Maschen) bleibt immer oben.

Zopf 3: wie Zopf 1
Zopf 4: wie Zopf 2

Zwischen Zopf 2 und 3 entsteht ebenfalls eine Wabe. Das dürfte dazu beitragen, dass das Wabenmuster auf den ersten und zweiten Blick erstmal nicht als Zopfmuster erkannt wird.

Tipps zum Einsatz des Wabenmusters:

1. Das Wabenmuster wird durch das viele Kreuzen sehr dick, das Strickstück daher warm und kompakt.

2. Besser ist es, etwas dickere Nadeln zu nehmen, damit das Ganze nicht zu steif wird.

3. Es sind mindestens vier Zöpfe nötig, damit ein echtes Wabenmuster entsteht. Schließlich ergibt sich ja auch zwischen dem 2. und dem 3. Zopf eine Wabe.

4. Sinnvoll ist es, wenig Maschen für die Stränge zu nehmen. Beim Musterstück waren es nur 2. Mehr als 3, maximal 4 Maschen pro Strang empfehle ich nicht, wenn mit einem normal dicken Garn (Nadelstärke 3,5 bis 5) gestrickt wird. Denn dann werden die Stellen, an denen die Stränge gekreuzt werden, sehr, sehr dick. Bei dünneren Garnen sieht es anders aus. Aber dann braucht man wirklich ewig….

5. Die Maschenanzahl für das Wabenmuster erreichnet sich wie folgt:
Mindestens 4 Zöpfe x 2 Stränge x die gewünschte Zahl der Maschen (mindestens 2).
Bei meinem Musterstück war der Rapport 16 Maschen. Das heißt, 16 Maschen gingen für das Wabenmuster drauf. Dazu kamen noch zwei Maschen links und rechts davon plus zwei Randmaschen.

6. Natürlich ist es möglich, ein Strickstück ausschließlich im Wabenmuster anzufertigen. Typischerweise wird es allerdings mit anderen Zopf- sowie Perlmuster-Varianten gestrickt; zum Beispiel bei irischen Fischerpullovern oder bayerischen Trachten.