Verschiedene Garne zu verarbeiten, ist nicht nur zur Verwertung von Wollresten sinnvoll. Daraus können sich gute Effekte ergeben – selbst dann, wenn man nicht den klassischen Empfehlungen folgt. Fünf Tipps, wie selbst wilde Kombinationen gelingen.

 

1. Strick- und Häkel Tipp: Ton in Ton kommt gut – gleiche Garnstärke muss nicht sein

Bei meinem weißen Pullover aus Materialmix habe ich bei den Ärmeln ein hauchdünnes Mohairgarn („Silkhair“ von Lana Grossa), ein Bändchengarn (Allegro von Lana Grossa) und eine Sockenwolle (Regia Classic von Schachenmayr) ausgewählt. Für Mohair- und Bändchengarn wird Nadelstärke 4,5 bis 5 empfohlen, für die Sockenwolle Nadelstärke 2 bis 3. Ich habe den kompletten Pullover mit einer 5er Nadel gestrickt. Das hatte den Effekt, dass die Partien aus Sockenwolle sehr weich und leicht transparent sind. Mir gefällt’s – und es trägt sich angenehm. Die erste Wäsche (Waschmaschine – Wollwaschgang) hat der Pullover auch gut überstanden.

P.S.: Die Anleitung stelle ich demnächst online!

 

2. Strick- und Häkel Tipp: Wolle und Baumwolle trennen

 

Zugegeben, es gibt Garnmischungen, die aus Wolle plus Baumwolle bestehen. Finde ich persönlich etwas seltsam, weil sich Baumwolle anders trägt als Wolle. Wenn ich verschiedene Garne kombiniere, achte ich darauf, dass es sich entweder um Woll- oder um Baumwollqualitäten handelt. Reine Kunststoffgarne (alles mit Poly…) kaufe ich sowieso nicht. Eine kleine Beimischung bis maximal 25 Prozent ist für mich aber ok, weil die Strickstücke dadurch haltbarer und einfacher zu waschen sind. Viskose verarbeite ich sowohl mit Wolle als auch mit Baumwolle. Grundsätzlich kombiniere ich Wolle mit Wolle und Baumwolle mit Baumwolle. Garnreste bewahre getrennt nach diesen beiden Hauptgruppen auf.

 

3. Strick- und Häkel Tipp: Gebremst bunt – Neutrale Grundfarben wirken edel

Detailansicht selbst gestrickter Decke mit Wellenmuster

Gerade wenn man Wollreste verarbeitet, wird’s schnell knallbunt. Wer’s nicht ganz so wild will, kann eine neutrale Grundfarbe auswählen, die zwischen einzelnen Farbreihen oder -elementen eingesetzt wird. Bei meiner Sofadecke habe ich einen dunklen Grauton gewählt. Auch hier habe ich übrigens bunte Wolle in unterschiedlichen Garnstärken – von Nadelstärke 3,0 bis 5,0 – verarbeitet. Das graue Alpakagarn hat das ganz gut ausgeglichen.

 

4. Strick- und Häkel Tipp: Weiß und Schwarz lassen Farben knallen

Häkelkissen gemacht aus einem großen Granny Square

Häkelkissen selber gemacht nach der Vorgehensweise der Granny Squares

 

Bei meinen Häkelkissen habe ich ganz bewusst auf die Farben Schwarz und Weiß verzichtet. Das sorgt für den sanften Pastell-Effekt – obwohl ich nicht nur Pastellfarben verhäkelt habe. Werden die Nicht-Farben Schwarz und Weiß eingesetzt, bringen sie die anderen Farben zum Leuchten.

 

5. Strick und Häkel Tipp: Schneller Effekt in Wunschfarbe(n)

Verschiedene Garne zusammen ergeben ein tolles Muster

Es müssen nicht immer (teure) Effektgarne sein: Wer zwei verschiedene Garne gemeinsam verstrickt, kann auch eine interessante Wirkung erzielen. Experten sprechen hier von „meliert“. Rot und Schwarz ergeben eine starke Kombi, wie hier im Beispiel zu sehen. Es geht aber auch sanfter zum Wunschton: Bei meinem Häkelschal habe ich neben dem gelben Baumwollgarn noch ein dünneres weißes Garn mitlaufen lassen, um einen etwas zitronigeren Gelbton  zu erreichen.